Museen in und um Köln

Obstmuseum

Das Gut Leidenhausen in Porz wurde schon im Zusammenhang mit dem Haus des Waldes vorgestellt. Zusätzlich zu dem Waldmuseum befindet sich hier ein Obstmuseum. Schon der Name macht neugierig. Was soll man sich darunter vorstellen? Werden da etwa Äpfel und Birnen in Vitrinen ausgestellt? Weit gefehlt! Je nach Wetterlage sollte man sich für den Besuch lieber mit wasserfester Kleidung und festem Schuhwerk rüsten. Eigentlich ist das Obstmuseum eher ein botanischer Garten als ein Museum. Trotzdem trägt es seinen Namen zu Recht. Viele der hier wachsenden Obstbäume kann man sonst fast nirgendwo mehr finden. Und dazu ist es nicht hauptsächlich durch Umweltverschmutzung, sauren Regen, Ozonloch und sonstige Umweltfaktoren gekommen.

Unsere Obstbäume sind Kulturpflanzen, die ohne die Pflege des Menschen nicht lange überleben können. Gerade in den letzten Jahren geht der Trend beim Obstbau allerdings zu einer immer stärkeren Vereinheitlichung. Bevorzugt werden die Sorten, die die größten Erträge bringen, besonders pflegeleicht sind und optisch am besten wirken. Auch die Normierungen innerhalb der EU tragen weiter zu dieser Entwicklung bei. Die Folge ist, daß immer mehr Obstsorten verschwinden, und das häufig ganz zu Unrecht, denn nicht immer hält die Schale, was sie verspricht.

Ein kleines Beispiel für diese Verarmung: Weltweit sind alleine 20.000 Apfelsorten verzeichnet. Wieviele davon kennen Sie?

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Köln/Erftkreis e.V. hat es sich nun zum Anliegen gemacht, zumindest einen Teil dieser vom Aussterben bedrohten Bäume zu erhalten und, wenn möglich, wieder zu verbreiten. So ist das Obstmuseum im wahrsten Sinne des Wortes ein Museum zum Anfassen geworden, wo die Besucher sogar selber ernten dürfen. Aber bitte nicht gleich mit dem Kofferraum voller Kisten und Körbe anreisen! Dieses Angebot ist wirklich nur dafür gedacht, daß man selber einmal die Unterschiede zwischen den einzelnen Sorten testen kann.

Bei der Gestaltung hat man sich bemüht, die Anlage harmonisch in das Gesamtkonzept des Naherholungsgebiets Leidenhausen einzufügen, und jeglichen Plantagencharakter vermieden. Es lohnt sich eigentlich zu jeder Jahreszeit, hierher zu kommen, denn jede Jahreszeit hat ihren ganz eigenen Reiz.

Es gibt ein Begleitheft zum Museum, in dem die verschiedenen Obstsorten mit ihren besonderen Merkmalen und Eigenschaften vorgestellt werden. Ein Übersichtsplan erleichtert das Auffinden bestimmter Pflanzen auf dem 11.000 qm großen Gelände. In einem 1994 errichteten Fachwerkhaus werden zukünftig auch noch Sonderausstellungen zu allen Obstsorten gezeigt.

Das Obstmuseum ist ganztäglich geöffnet. Der Eintritt ist frei. Führungen sind nach Vereinbarung möglich.

Obstmuseum

  • Gut Leidenhausen
  • 51147 Köln (Porz-Eil)
  • Tel. (0 22 03) 39 9 87
aus: Yvonne und Thomas Plum: Kunst, Kakao und Karneval - was Museen in und um Köln zeigen.
J.P. Bachem Verlag. Köln 1995

© Text: J.P. Bachem Verlag Verzeichnis der Museen in Köln und Umgebung

CologneWeb