Museen in und um Köln

Rautenstrauch-Joest-Museum für Völkerkunde

Sonderausstellungen


Sie und Er
Frauenmacht und Männerherrschaft im Kulturvergleich
25.11.97-8.3.98

Sie und Er. Frauenmacht und Männerherrschaft im Kulturvergleich Mit der im November beginnenden Kunsthallenschau "Sie und Er - Frauenmacht und Männerherrschaft im Kulturvergleich" setzt das Rautenstrauch-Joest-Museum für Völkerkunde seinen Zyklus ethnologisch-soziologischer Ausstellungen zu Geschlechterfragen fort. Vorangegangen waren 1985 die Projekte "Die Braut - geliebt, getauscht, geraubt, gekauft. Zur Rolle der Frau im Kulturvergleich" und 1990 "Männerbünde Männerbande. Zur Rolle des Mannes im Kulturvergleich". Auch das neue Vorhaben soll durch die kulturhistorisch vergleichende Betrachtung dazu beitragen, die gegenwärtigen Beziehungen zwischen Mann und Frau besser zu verstehen.

In den Großstädten Europas lebt laut Statistik heute mehr als die Hälfte aller Menschen in Einpersonenhaushalten. Das Standardmodell Ehe scheint ausgedient zu haben und die offene Partnerschaft zur bevorzugten Lebensform geworden zu sein. Soziologen sprechen von einem "Kulturbruch". Daß sich eine Ausstellung aus der Sicht der Ethnologie des Themas Geschlechterbeziehung annimmt und die Schwierigkeiten, eine lebenslange Bindung aufrechtzuerhalten, zu ergründen versucht, scheint an der Zeit. Der soziale Wandel der Geschlechterrollen und -beziehungen ist vehement, dennoch reagiert der Staat nur zögernd auf die gegenwärtige Entwicklung mit einer Änderung der Gesetze. Um so mehr wird auf diesem Gebiet geforscht. Dabei gibt es eine immense Vielfalt an Ansätzen und widersprüchlichste Ergebnisse. Einige der neuen Forschungsansätze will die Ausstellung vorstellen und gleichzeitig durch Zeiten und Kulturen der Geschichte der Geschlechterbeziehung nachgehen. Stereotype sollen hinterfragt und die kulturelle Bedingtheit von Gegebenheiten aufzeigt werden, die wir nur allzuleicht mit "Biologie" oder "Natur" zu erklären bereit sind.

Der rote Faden der Schau nimmt seinen Anfang bei einem Zitat des griechischen Tragödiendichters Aischylos (525 bis 456 v. Chr.) aus der Rede des Apollon in der Orestie: "Die man wohl Mutter heißt, ist des Gezeugten Zeugerin nicht, ist Amme nur des frisch gesetzten Keims. Es zeugt, der sie befruchtet; sie hütet Anvertrautes nur, dem Gut des Gastfreunds gleich..."

Am Ende der Schau steht ein Wort der in Köln lehrenden österreichischen Künstlerin Valie Export: "zur mythologie unserer christlichen zivilisation gehört als geheimes fundament die infame gleichsetzung des männlichen und des schöpferischen prinzips".

Zwischen diesen beiden Polen entfaltet die Ausstellung in zwölf Stationen ein kulturgeschichtliches Panorama, das in einer facettenreichen Darstellung die Frage der männlichen Kompensation weiblicher Gebärfähigkeit verfolgt. Dabei geht es darum, die Diskussion anzustoßen und eine fruchtbare Unruhe auszulösen.

Josef-Haubrich Kunsthalle

  • Josef-Haubrich-Hof 1
  • 50676 Köln
  • Tel. 02 21 / 221-23 35
  • Fax 02 21 / 221-45 52
  • Di-So 10-17 h, Do 10-20 h
  • DM 13,-/8,-/Familienkarte 25,-


Liebe erzeugt Liebe - Kalligraphien von Mohammad Kyaie
30. Januar bis 24. Mai 1998


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