Um die doch etwas zu museal wirkenden Repräsentationsräume optisch zu beleben, wird neuerdings zeitgenössischen Künstlern zweimal im Jahr Gelegenheit gegeben, dort ihre eigenen "Salonstücke" vorzustellen. So schuf z. B. Klaus Schmitt (Jg. 1955), ein Meisterschüler von Günther Uecker, im Frühjahr 1995 eine eigens für die Villa Zanders konzipierte Rauminstallation ("Ohne Titel", 1995). Der ästhetische Kontrast zwischen der recht sperrigen Konstruktion aus Dachlatten und matt gestrichenem Kistenholz und der Stuckdecke, dem Marmorkamin und den Ölgemälden konnte kaum größer sein, und die "Störung" der gediegenen Salonatmosphäre war durchaus erwünscht.
Das 1. Obergeschoß der Villa steht für Wechselausstellungen europäischer und internationaler Kunst zur Verfügung. So zeigte man beispielsweise von April bis Juni 1995 aus Anlaß des 75. Geburtstages von Gottfried Böhm die Ausstellung "Bauten im Rheinland" mit Fotos und Entwürfen dieses bedeutenden Architekten, der alleine in Bergisch Gladbach vier Gebäude entworfen hat, darunter das der Villa Zanders gegenüberliegende Bürgerhaus "Bergischer Löwe".
In der 2. Etage wird ausschließlich Kunst der Gegenwart gezeigt, wobei, der Geschichte des Hauses und der Stadt angemessen, ausschließlich "Papier als künstlerisches Medium" gesammelt und ausgestellt wird. Die seit 1985 im Aufbau befindliche Sammlung beinhaltet mittlerweile ca. 150 Arbeiten von rund 100 Künstlern aus aller Welt. Zu den illustren Namen der Künstler, deren Werke in wechselnder Auswahl vorgestellt werden, zählen u.a. John Cage, Christo, Eduardo Chillida, Felix Droese, Raimund Girke, Jíri Kolar, Kenneth Noland, Mimmo Rotella, Günther Uecker und Wolf Vostell. Auch viele weniger bekannte Künstler sind vertreten. Gesammelt werden grundsätzlich nur solche Arbeiten, bei denen Papier als Material und Gestaltungsmittel und nicht nur als bloßer Bildträger (etwa für Aquarelle, Zeichnungen oder Druckgraphik) verwendet wird. Das Faszinierende an diesem Werkstoff ist sein Reichtum an Gestaltungsmöglichkeiten: es läßt sich schneiden, reißen, färben, formen, prägen, kleben, anbrennen, aufrollen, falzen, zerknüllen und natürlich auch bedrucken, beschreiben oder bemalen - der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. So reicht das Spektrum der Sammlung von Collagen und Décollagen (Plakatabrissen) über Reliefs und Skulpturen bis hin zu Rauminstallationen.
Die Städtische Galerie beherbergt außerdem eine Artothek mit über 500 Original-
Graphiken zur deutschen Nachkriegskunst; sie befindet sich im dritten Obergeschoß.
Für nur DM 5,- pro Blatt kann man bis zu zwei Kunstwerke drei Monate lang ausleihen; von diesem Angebot wird reichlich Gebrauch gemacht. Die Ausleihe ist jeden
ersten, zweiten und dritten Donnerstag im Monat von 17 bis 19 Uhr geöffnet.
Auch ansonsten hat sich die Villa mittlerweile zum Kulturzentrum der Stadt entwickelt: regelmäßig finden Konzerte mit zeitgenössischer Musik statt.
Die Städtische Galerie ist täglich außer Montag von 11 bis 17 Uhr, donnerstags bis 18.30 Uhr geöffnet.
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