Museen in und um KölnMuseum Zündorfer Wehrturm
Der Wehrturm stammt vermutlich aus der Mitte des 12. Jahrhunderts. Leider sind nur noch die Außenmauern original. Der
Innenausbau in Sichtbeton (19751980) erfolgte nach den Plänen des
Architekten Gottfried Böhm und korrespondiert in ästhetischer
Hinsicht mit der in den 70er Jahren neugestalteten Porzer City.
Porz wurde erst 1951 zur Stadt erhoben; damals hatte die rechtsrheinische Kommune 32.000 Einwohner. 1975 wurde sie dann nach Köln eingemeindet sehr zum Leidwesen vieler Lokalpatrioten. Der Versuch, die Selbständigkeit zurückzuerhalten, scheiterte. Dagegen war die auf der linken Rheinseite Porz gegen über gelegegene Gemeinde Wesseling erfolgreicher: Wesseling wurde wieder Stadt. Damit war der Traum der Kölner von der Millionen stadt erst einmal ausgeträumt; erst 17 Jahre später war die Einwohnerzahl von 1 Million wieder erreicht. Man sieht, die Porzer und die Kölner sind schwer unter einen Hut zu bringen. Das mag einerseits in dem Vorurteil begründet sein, daß die "schäl Sick" - das rechte, "falsche" Rheinufer - "eigentlich" nicht mehr kölnisch ist. Tatsächlich wurden die ersten rechtsrheinischen Vororte wie z. B. Deutz erst ab 1888 eingemein det. Andererseits bestand zwischen den Bewohnern des "Amtes Porz" (zu dem u.a. auch Mülheim und Bergisch Gladbach gehörten) und den Bürgern der Freien Reichsstadt Köln schon im Mittelalter ein starkes wirtschaftliches Gefälle. Köln besaß nämlich das Stapelrecht. Das beinhaltete, daß alle Handelsschiffe am Kölner Ufer anlegen, ihre Waren ausladen, prüfen, verzollen und mindestens drei Tage lang in eigens dafür eingerichteten Lagerhäusern "stapeln" lassen mußten. Die beste Qualität und auch der Profit blieb in Köln, denn die Kölner hatten das Vorkaufsrecht und das Privileg, die fremden Waren als eigene Handelsgüter zu vermarkten. Das lukrative Handelsgeschäft der Zündorfer ging im 19. Jahrhundert zu Ende. So heißt es zwar in einer "Topographisch-Statistischen Beschreibung der Königlich-Preußischen Rheinprovinzen" aus dem Jahre 1830 über die (Nieder)Zündorfer "Spedition über den Rhein": "Die Gegenstände seiner Versendungen nach dem Oberrhein bestehen teils in Colonialwaaren und Seeprodukten, die es über Duisburg, Düsseldorf und Mülheim um Köln herum zu Lande erhält, theils aus den Produkten und Fabrikaten des Bergischen Landes. Die Gegenstände der Versendungen nach dem Unterrhein bezieht es hauptsächlich von Mainz und namentlich Weine auch von anderen Plätzen des Mittelrheins und aus der Mosel, welche ebenfalls um Cöln herum weiter geschickt werden." Aber ein Jahr später wurde das Stapelrecht aufgehoben. Dadurch wurde die Rheinschiffahrt erleichtert, und Zündorf büßte seine Bedeutung ein. Museum Zündorfer Wehrturm
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